Therapieangebote

Mein Anliegen in der Behandlung ist es, die Eigenverantwortlichkeit meiner Klient:innen zu wecken und Angehörige/Eltern intensiv in den Behandlungsprozess mit einzubeziehen. Die Effektivität der Arbeit wird deutlich verbessert, wenn nicht nur am Symptom einer Störung gearbeitet, sondern auch das Umfeld in den Prozess mit einbezogen wird.

Mein Ziel ist es, die Behandlungsdauer durch intensives Arbeiten mit einer Therapiefrequenz von zwei Sitzungen pro Woche möglichst kompakt zu halten. Dadurch wird einem langwierigen Behandlungsprozess entgegen gewirkt.

Es werden sowohl Kassenpatient:innen als auch Privatpatient:innen behandelt. Hausbesuche führe ich nach Anordnung des:der behandelnden Arztes:Ärztin durch.

Ich biete Behandlungen ab dem Kleinkindalter mit logopädischem Therapiebedarf an:
Sprachentwicklungsverzögerungen, später Sprechbeginn/Late Talker und Sprachentwicklungsstörungen
Sprachentwicklungsstörungen/Late Talker lassen sich bereits in frühester Kindheit erkennen. Die Lallphase wird kaum wahrgenommen. Oft fangen die Kinder erst nach dem dritten Lebensjahr mit dem Sprechen an. Die verbalen Äußerungen sind lautlich entstellt, mehrsilbige Wörter werden von der Umwelt oft nicht verstanden, da der Sprachrhythmus und die Sprachmelodie nicht in der Wortbildung erworben wurde. Eine frühe Elternberatung für den Spracherwerbsprozess kann Probleme vermeiden und Kosten mindern. Eine frühe Intervention ist bereits im Alter von 24 Monaten sinnvoll.

Weitere Behandlungsgründe sind:

Fehlerhafte Lautbildung, z.B. Lispeln

Fehler in der Lautanwendung, z. B. „Tuh“ gesprochen und „Kuh“ gemeint

Geringer Wortschatz und grammatikalische Fehler im Satzbau als Folge, z.B. „Flasche steht, hat was macht“

Reduziertes Sprachverständnis

Störungen der Mundmotorik

Verkürzte Hörmerkspanne: die auditive Hörverarbeitung und Hörwahrnehmung sind beeinträchtigt

Für frühe Sprachentwicklungsschwierigkeiten biete ich das Heidelberger Elterntraining an, denn Sprachenwicklungsstörungen wachsen sich nicht aus, sondern wachsen mit. Durch das Training werden den Bezugspersonen wichtige Sprachlernstrategien vermitteln und regen die natürliche Sprechfreude beim Kind an.

Funktionelle, organische und psychogene Stimmstörungen bei Erwachsenen und Kindern
Stimmstörungen bei Erwachsenen und Kindern können viele Ursachen haben, wie zum Beispiel funktionell bedingte oder organische bedingte Störungen. Oft führen Faktoren wie ungünstiger Stimmgebrauch, Überlastung der Stimme, Veranlagung, entzündliche Erkrankungen, Stimmbandlähmungen nach Schilddrüsenoperationen, Stimmlippenknötchen oder Kehlkopfoperationen zu Einschränkungen im Stimmgebrauch. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf unser Leben im Alltag. Es können Missempfindungen wie Kratzen, Trockenheits- und/oder ein Fremdkörpergefühl im Rachenbereich auftreten. Organisch bedingte Stimmstörungen behindern den normalen Funktionsablauf und bedürfen einer bewährten Therapie (Stimmlippenknötchen, Teilentfernung einer Stimmlippe oder einer Kehlkopfentferung). Unter Näseln (Rhinophonie) versteht man Störungen des Stimmklangs durch eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gaumensegels, verengte Nasengänge oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

Das Ziel der logopädischen Therapie ist die Wiedererlangung und Stabilisierung stimmlicher Kommunikationsfähigkeit und den Erhalt der Berufsfähigkeit (Lehrer:innen, Erzieher:innen, Berater:innen etc.)

Präventionsmaßnahmen für Sprechberufe
Unsere Stimme ist etwas, über das wir uns normalerweise keine Gedanken machen und erst dann, wenn sie nicht mehr funktioniert. Ansonsten scheint sie uns selbstverständlich und jederzeit zur Verfügung zu stehen. Vor allem Angehörige von Berufen mit hoher Sprechbelastung trifft es sehr, wenn die Stimme versagt. Eine frühzeitige Beratung zur Stimmprävention kann Einschränkungen in der Stimmfunktion vermeiden. Eine frühzeitige Behandlung kann schwerere Einschränkungen verringern. Indikationen zur Prävention oder Beratung können sein:

  • anstrengendes Sprechen
  • rasche Stimmermüdung
  • Veränderung im Stimmklang
  • vermehrtes Räuspern
  • zunehmende Heiserkeit
  • Verlust der Singstimme bei berufsdingter Stimmbelastung
  • Heiserkeit

Störungen im Sprechablauf, Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)
Stottern ist eine Unterbrechung im Redefluss und kann in jedem Alter auftreten. Oft fragen sich Eltern und betroffene Erwachsene, was sie tun können und ob das Stottern für immer bleiben wird. Die Behandlung der Redeflusstörung basiert auf vier Säulen, die das Vermeidungsverhalten, das Erlernen von Sprechtechniken und die Änderung des Sprechverhaltens im Dialog beachten. Mir ist die frühzeitige Beratung und Aufklärung bei frühkindlichen Stottern besonders wichtig, damit Eltern mit den Redeunflüssigkeiten ihres Kindes umgehen können und Kinder ihre Freude am Sprechen nicht verlieren. Eine logopädsiche Diagnostik mit Beratung und ggf. Therapie ist nötig, wenn das Kind unter seinem veränderten Sprechen leidet, Zeichen von Anstrengungen oder Vermeidung beim Sprechen sichtbar werden, oder wenn die Eltern verunsichert sind.

Poltern ist im Gegensatz zum Stottern von einem überschießenden, sehr schnellen Sprechen gekennzeichnet, Die Aussprache ist aufgrund des Missverhältnisses von Sprechtempo und artikulatorischen Fähigkeiten und Defiziten in der Wahrnehmung häufig sehr undeutlich und verwaschen. Ein Störungsbewusstsein oder Leidensdruck ist beim Poltern selten vorhanden.

Verbale Entwicklungsdyspraxien und kindliche Sprechapraxie
Die Beeinträchtigung liegt in der Unfähigkeit, Bewegungen zielgerichtet planen und ausführen zu können. Die Motorik und die Sprechorgane sind nicht beeinträchtigt. Sie bemerken, dass Ihr Kind Wörter unverständlich spricht und besonders bei längeren Äußerungen sehr unverständich redet. Das Nachsprechen von Lauten ist meist unauffällig; je länger eine Wort-Satzäußerung wird, desto unverständlicher wird eine Aussage. Die Kinder lernen in der Therapie die motorische Planung der Wörter beim Sprechen mit Unterstützung der Sinnesfähigkeiten wie sehen, hören, fühlen und spüren der Sprechorgane beim Sprechen.
Orofaziale/Myofunktionelle Dysfunktionen
Myofunktionelle Störungen bezeichnen Beeinträchtigungen im Ablauf von physiologischen Mundbewegungen wie Saugen, Schlucken, Mundschluss und Nasenatmung. Sie fallen durch eine offene Mundhaltung, einen offenen Biss, eine hängende Zunge, wenig mimische Ausdrucksmöglichkeiten und oft auch eine schlaffe Körperhaltung auf. Myofunktionelle Störungen haben negative Auswirkungen auf die Atmung, das Sprechen, wie es bspw. beim Lispeln auftritt, das Schlucken, das Wachstum des Gaumens, des Kiefers und der Zahnstellung. Durch das dauerhafte Atmen durch den Mund erschlafft die mimische Muskulatur, die Unterlippe wirkt wulstig, in der Nacht wird geschnarcht, es kommt vermehrt zu Schnupfen und Mittelohrentzündungen, Allergien und zu Vergrößerungen der Gaumen- und Rachenmandeln.

In der logopädischen Behandlung steht das Erarbeiten der Zungenruhelage, der Mundschluss und die Nasenatmung im Vordergrund. Die Zunge ist ein kräftiger Muskel, der das Wachstum des Kiefers/Schädels und der Zahnstellung maßgeblich beeinflusst. In der Therapie wird auf die Gewohnheit des Patienten, das Essverhalten, die gesamt-körperliche Haltung und die Muskelspannung des Betroffenen eingegangen. Zum maßgeblichen Erfolg der Therapie ist eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern, Zahnärzt:innen, Kieferorthopäd:innen, HNO-Ärzt:innen und Physiotherapeut:innen nötig. Eine möglichst frühe Behandlung der myofunktionellen Störung ist wichtig, damit u.a. ungünstige Folgen wie Zahnfehlstellungen, Kiefergelenkbeschwerden, Atemstörungen, Hörminderungen, Kau- und Schluckstörungen sowie Aussprachestörungen nicht entstehen.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt strukturelle, funktionelle und psychische Fehlregulationen und eine Überbelastung der Kiefergelenke. Es handelt sich um ein vielschichtiges Krankheitsbild, das sich durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar machen kann. Diese erstrecken sich von Kopf bis Fuß und äußern sich nicht unbedingt im Bereich der Kieferregion. Ein Pfeifen im Ohr, Rücken-Hüft-Knieschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen,Verspannungen im Nacken, eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit, Kloßgefühl und Schlafstörungen können ebenso gut auf eine CMD hinweisen. Die bekannteste Ursache ist der Bruxismus, das Zähneknirschen, welches in Stresssituationen besonders auftritt. Aber auch Zahnfehlstellungen, Zahnoperationen, Fehlbisse, kieferorthopädischen Behandlungen, Fehlhaltungen des Körpers und emotionale Belastung können u.a. zu einer CMD führen.

Die Behandlung der CMD ist vielschichtig und erfolgt im interdisziplinären Team mit Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen, und Schmerztherapeut:innen. In der Praxis behandele ich die CMD u.a. nach der Methode von Philip Rafferty (R.E.S.E.T.). Es ist eine einfache und sanfte Methode, die die Kiefermuskeln entspannt und das Kiefergelenk nachhaltig ausgleicht und Beschwerden lindert.

Sprach-/Sprechstörungen/Kognitive Dysphasie
Nach einem Schlaganfall, neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, bei Multipler Sklerose, Amyotropher Lateralskerose, Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirntumoren und degenerativen Erkrankungen treten häufig Störungen der Lautsprache, Wortwahl, Wortfindung, Satzbau, Redefluss und Sprachverständnisstörungen auf. Es kann das Lesen, Rechnen und Schreiben, die Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnisleistungen, die Wahrnehmung oder die Emotionalität betroffen sein.

Das Behandlungsziel ist es, dem Menschen sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen. Es werden in der der Behandlung nicht Wörter bzw. Sätze gelernt, sondern Sprachprozesse nach dem Kognitiven Training nach Franzika Stengel, welches nachhaltig die Hirnleistungen aktiviert und reorganisiert. Von entscheidender Bedeutung ist die Verbesserung der kommunikativen Kompetenzen des:r Patient:in, die sich positiv auf die allgemeine Lebensqualität auswirkt.

Schluckstörungen/Dysphagien bei Kindern und Erwachsenen
Dysphagien sind Beeinträchtigungen oder Behinderungen des Schluckens und/oder der Nahrungsaufnahme durch den Mund. Sie entstehen u.a. durch strukturelle Veränderungen im Mund und/oder Halsbereich oder durch neurologische Störungen wie Schlaganfall, degenerative Erkrankungen, Verletzungen am Hirn, Operationen am Kopf/Halsbereich und entzündlichen Prozessen im Gehirn. Des Weiteren entwickeln sie sich manchmal nach Intubationen, bei frühgeborenen Kindern, geistiger Behinderung oder progredienten Erkrankungen, vorwiegend im zentralen Nervensystem. In der Folge ist das Schlucken von flüssiger, breiiger oder fester Kost erschwert oder nicht möglich. Beim Verschlucken tritt Flüssigkeit oder Essen in die Luftröhre und gelangt in die Lunge. Beim Verschlucken von Nahrung kann eine lebensbedrohliche Situation entstehen. All dies bedingt Mangelerscheinungen, Flüssigkeitsmangel, Erkrankungen der Mundschleimhaut, Fieber, Husten, Bronchitis und Lungenentzündungen.

In der Therapie erfolgt eine Beurteilung der Schluckfunktion, eventuell ist eine aperstive Schluckuntersuchung durch eine:n Ärzt:in erforderlich. Gemeinsam mit dem:r Patient:in und den Angehörigen wird ein Kostplan erstellt, um eine möglichst gute Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit zu gewährleisten.

Kognitives Training nach Dr. med. Franzika Stengel/Dr. med. Sabine Ladner-Merz
Das Kognitive Training nach Stengel/Ladner-Merz ist ein spezifisches Training geistiger Funktionen, welches Nervenzellen anregt, neue Verzweigungen und Netzwerke im Gehirn zu bilden. Man kann die Aktivität des Gehirns mit der Aktivität eines Muskels vergleichen: wird ein Muskel nicht in Anspruch genommen, so schwindet seine Substanz und Funktionsfähigkeit. Geistige Defizite wie Merkschwäche, zunehmende Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen oder nachlassende Konzentrationsfähigkeit können bei gesunden älteren Menschen auf mangelndes Training zurückgeführt werden. Bei Menschen mit krankheitsbedingten geistigen Defiziten wie nach einem Schlaganfall, Verlust von kognitiven Leistungen durch geringe soziale Kontakte oder bei Demenz gilt es, die vorhandenen Reserven zu stabilisieren, zu nutzen und auszubauen.

Das Kognitive Training wird in Einzeltherapie und auch in der Gruppe durchgeführt, erweitert die sozialen Kontakte und fördert die emotionale Befindlichkeit. Das Stengeltraining hat in wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass es nicht nur die genannten Hirnleistungen messbar verbessern kann, sondern zusätzlich die körperliche Gesundheit, das Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und die Kompetenzen im Alltag stärkt.

Therapieangebote

Mein Anliegen in der Behandlung ist es, die Eigenverantwortlichkeit meiner Klient:innen zu wecken und Angehörige/Eltern intensiv in den Behandlungsprozess mit einzubeziehen. Die Effektivität der Arbeit wird deutlich verbessert, wenn nicht nur am Symptom einer Störung gearbeitet, sondern auch das Umfeld in den Prozess mit einbezogen wird.

Mein Ziel ist es, die Behandlungsdauer durch intensives Arbeiten mit einer Therapiefrequenz von zwei Sitzungen pro Woche möglichst kompakt zu halten. Dadurch wird einem langwierigen Behandlungsprozess entgegen gewirkt.

Es werden sowohl Kassenpatient:innen als auch Privatpatient:innen behandelt. Hausbesuche führe ich nach Anordnung des:der behandelnden Arztes:Ärztin durch.

Ich biete Behandlungen ab dem Kleinkindalter mit logopädischem Therapiebedarf an:
Sprachentwicklungsverzögerungen, später Sprechbeginn/Late Talker und Sprachentwicklungsstörungen
Sprachentwicklungsstörungen/Late Talker lassen sich bereits in frühester Kindheit erkennen. Die Lallphase wird kaum wahrgenommen. Oft fangen die Kinder erst nach dem dritten Lebensjahr mit dem Sprechen an. Die verbalen Äußerungen sind lautlich entstellt, mehrsilbige Wörter werden von der Umwelt oft nicht verstanden, da der Sprachrhythmus und die Sprachmelodie nicht in der Wortbildung erworben wurde. Eine frühe Elternberatung für den Spracherwerbsprozess kann Probleme vermeiden und Kosten mindern. Eine frühe Intervention ist bereits im Alter von 24 Monaten sinnvoll.

Weitere Behandlungsgründe sind:

Fehlerhafte Lautbildung, z.B. Lispeln

Fehler in der Lautanwendung, z. B. „Tuh“ gesprochen und „Kuh“ gemeint

Geringer Wortschatz und grammatikalische Fehler im Satzbau als Folge, z.B. „Flasche steht, hat was macht“

Reduziertes Sprachverständnis

Störungen der Mundmotorik

Verkürzte Hörmerkspanne: die auditive Hörverarbeitung und Hörwahrnehmung sind beeinträchtigt

Für frühe Sprachentwicklungsschwierigkeiten biete ich das Heidelberger Elterntraining an, denn Sprachenwicklungsstörungen wachsen sich nicht aus, sondern wachsen mit. Durch das Training werden den Bezugspersonen wichtige Sprachlernstrategien vermitteln und regen die natürliche Sprechfreude beim Kind an.

Funktionelle, organische und psychogene Stimmstörungen bei Erwachsenen und Kindern
Stimmstörungen bei Erwachsenen und Kindern können viele Ursachen haben, wie zum Beispiel funktionell bedingte oder organische bedingte Störungen. Oft führen Faktoren wie ungünstiger Stimmgebrauch, Überlastung der Stimme, Veranlagung, entzündliche Erkrankungen, Stimmbandlähmungen nach Schilddrüsenoperationen, Stimmlippenknötchen oder Kehlkopfoperationen zu Einschränkungen im Stimmgebrauch. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf unser Leben im Alltag. Es können Missempfindungen wie Kratzen, Trockenheits- und/oder ein Fremdkörpergefühl im Rachenbereich auftreten. Organisch bedingte Stimmstörungen behindern den normalen Funktionsablauf und bedürfen einer bewährten Therapie (Stimmlippenknötchen, Teilentfernung einer Stimmlippe oder einer Kehlkopfentferung). Unter Näseln (Rhinophonie) versteht man Störungen des Stimmklangs durch eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gaumensegels, verengte Nasengänge oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

Das Ziel der logopädischen Therapie ist die Wiedererlangung und Stabilisierung stimmlicher Kommunikationsfähigkeit und den Erhalt der Berufsfähigkeit (Lehrer:innen, Erzieher:innen, Berater:innen etc.)

Präventionsmaßnahmen für Sprechberufe
Unsere Stimme ist etwas, über das wir uns normalerweise keine Gedanken machen und erst dann, wenn sie nicht mehr funktioniert. Ansonsten scheint sie uns selbstverständlich und jederzeit zur Verfügung zu stehen. Vor allem Angehörige von Berufen mit hoher Sprechbelastung trifft es sehr, wenn die Stimme versagt. Eine frühzeitige Beratung zur Stimmprävention kann Einschränkungen in der Stimmfunktion vermeiden. Eine frühzeitige Behandlung kann schwerere Einschränkungen verringern. Indikationen zur Prävention oder Beratung können sein:

  • anstrengendes Sprechen
  • rasche Stimmermüdung
  • Veränderung im Stimmklang
  • vermehrtes Räuspern
  • zunehmende Heiserkeit
  • Verlust der Singstimme bei berufsdingter Stimmbelastung
  • Heiserkeit

Störungen im Sprechablauf, Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)
Stottern ist eine Unterbrechung im Redefluss und kann in jedem Alter auftreten. Oft fragen sich Eltern und betroffene Erwachsene, was sie tun können und ob das Stottern für immer bleiben wird. Die Behandlung der Redeflusstörung basiert auf vier Säulen, die das Vermeidungsverhalten, das Erlernen von Sprechtechniken und die Änderung des Sprechverhaltens im Dialog beachten. Mir ist die frühzeitige Beratung und Aufklärung bei frühkindlichen Stottern besonders wichtig, damit Eltern mit den Redeunflüssigkeiten ihres Kindes umgehen können und Kinder ihre Freude am Sprechen nicht verlieren. Eine logopädsiche Diagnostik mit Beratung und ggf. Therapie ist nötig, wenn das Kind unter seinem veränderten Sprechen leidet, Zeichen von Anstrengungen oder Vermeidung beim Sprechen sichtbar werden, oder wenn die Eltern verunsichert sind.

Poltern ist im Gegensatz zum Stottern von einem überschießenden, sehr schnellen Sprechen gekennzeichnet, Die Aussprache ist aufgrund des Missverhältnisses von Sprechtempo und artikulatorischen Fähigkeiten und Defiziten in der Wahrnehmung häufig sehr undeutlich und verwaschen. Ein Störungsbewusstsein oder Leidensdruck ist beim Poltern selten vorhanden.

Verbale Entwicklungsdyspraxien und kindliche Sprechapraxie
Die Beeinträchtigung liegt in der Unfähigkeit, Bewegungen zielgerichtet planen und ausführen zu können. Die Motorik und die Sprechorgane sind nicht beeinträchtigt. Sie bemerken, dass Ihr Kind Wörter unverständlich spricht und besonders bei längeren Äußerungen sehr unverständich redet. Das Nachsprechen von Lauten ist meist unauffällig; je länger ein Wort-Satzäußerung wird, desto unverständlicher wird eine Aussage. Die Kinder lernen in der Therapie die motorische Planung der Wörter beim Sprechen mit Unterstützung der Sinnesfähigkeiten wie sehen, hören, fühlen und spüren der Sprechorgane beim Sprechen.
Orofaziale/Myofunktionelle Dysfunktionen
Myofunktionelle Störungen bezeichnen Beeinträchtigungen im Ablauf von physiologischen Mundbewegungen wie Saugen, Schlucken, Mundschluss und Nasenatmung. Sie fallen durch eine offene Mundhaltung, einen offenen Biss, eine hängende Zunge, wenig mimische Ausdrucksmöglichkeiten und oft auch eine schlaffe Körperhaltung auf. Myofunktionelle Störungen haben negative Auswirkungen auf die Atmung, das Sprechen, wie es bspw. beim Lispeln auftritt, das Schlucken, das Wachstum des Gaumens, des Kiefers und der Zahnstellung. Durch das dauerhafte Atmen durch den Mund erschlafft die mimische Muskulatur, die Unterlippe wirkt wulstig, in der Nacht wird geschnarcht, es kommt vermehrt zu Schnupfen und Mittelohrentzündungen, Allergien und zu Vergrößerungen der Gaumen- und Rachenmandeln.

In der logopädischen Behandlung steht das Erarbeiten der Zungenruhelage, der Mundschluss und die Nasenatmung im Vordergrund. Die Zunge ist ein kräftiger Muskel, der das Wachstum des Kiefers/Schädels und der Zahnstellung maßgeblich beeinflusst. In der Therapie wird auf die Gewohnheit des Patienten, das Essverhalten, die gesamt-körperliche Haltung und die Muskelspannung des Betroffenen eingegangen. Zum maßgeblichen Erfolg der Therapie ist eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern, Zahnärzt:innen, Kieferorthopäd:innen, HNO-Ärzt:innen und Physiotherapeut:innen nötig. Eine möglichst frühe Behandlung der myofunktionellen Störung ist wichtig, damit u.a. ungünstige Folgen wie Zahnfehlstellungen, Kiefergelenkbeschwerden, Atemstörungen, Hörminderungen, Kau- und Schluckstörungen sowie Aussprachestörungen nicht entstehen.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt strukturelle, funktionelle und psychische Fehlregulationen und eine Überbelastung der Kiefergelenke. Es handelt sich um ein vielschichtiges Krankheitsbild, das sich durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar machen kann. Diese erstrecken sich von Kopf bis Fuß und äußern sich nicht unbedingt im Bereich der Kieferregion. Ein Pfeifen im Ohr, Rücken-Hüft-Knieschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen,Verspannungen im Nacken, eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit, Kloßgefühl und Schlafstörungen können ebenso gut auf eine CMD hinweisen. Die bekannteste Ursache ist der Bruxismus, das Zähneknirschen, welches in Stresssituationen besonders auftritt. Aber auch Zahnfehlstellungen, Zahnoperationen, Fehlbisse, kieferorthopädischen Behandlungen, Fehlhaltungen des Körpers und emotionale Belastung können u.a. zu einer CMD führen.

Die Behandlung der CMD ist vielschichtig und erfolgt im interdisziplinären Team mit Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen, und Schmerztherapeut:innen. In der Praxis behandele ich die CMD u.a. nach der Methode von Philip Rafferty (R.E.S.E.T.). Es ist eine einfache und sanfte Methode, die die Kiefermuskeln entspannt und das Kiefergelenk nachhaltig ausgleicht und Beschwerden lindert.

Sprach-/Sprechstörungen/Kognitive Dysphasie
Nach einem Schlaganfall, neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, bei Multipler Sklerose, Amyotropher Lateralskerose, Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirntumoren und degenerativen Erkrankungen treten häufig Störungen der Lautsprache, Wortwahl, Wortfindung, Satzbau, Redefluss und Sprachverständnisstörungen auf. Es kann das Lesen, Rechnen und Schreiben, die Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnisleistungen, die Wahrnehmung oder die Emotionalität betroffen sein.

Das Behandlungsziel ist es, dem Menschen sprachliche Kommunikation im Alltag wieder zu ermöglichen. Es werden in der der Behandlung nicht Wörter bzw. Sätze gelernt, sondern Sprachprozesse nach dem Kognitiven Training nach Franzika Stengel, welches nachhaltig die Hirnleistungen aktiviert und reorganisiert. Von entscheidender Bedeutung ist die Verbesserung der kommunikativen Kompetenzen des:r Patient:in, die sich positiv auf die allgemeine Lebensqualität auswirkt.

Schluckstörungen/Dysphagien bei Kindern und Erwachsenen
Dysphagien sind Beeinträchtigungen oder Behinderungen des Schluckens und/oder der Nahrungsaufnahme durch den Mund. Sie entstehen u.a. durch strukturelle Veränderungen im Mund und/oder Halsbereich oder durch neurologische Störungen wie Schlaganfall, degenerative Erkrankungen, Verletzungen am Hirn, Operationen am Kopf/Halsbereich und entzündlichen Prozessen im Gehirn. Des Weiteren entwickeln sie sich manchmal nach Intubationen, bei frühgeborenen Kindern, geistiger Behinderung oder progredienten Erkrankungen, vorwiegend im zentralen Nervensystem. In der Folge ist das Schlucken von flüssiger, breiiger oder fester Kost erschwert oder nicht möglich. Beim Verschlucken tritt Flüssigkeit oder Essen in die Luftröhre und gelangt in die Lunge. Beim Verschlucken von Nahrung kann eine lebensbedrohliche Situation entstehen. All dies bedingt Mangelerscheinungen, Flüssigkeitsmangel, Erkrankungen der Mundschleimhaut, Fieber, Husten, Bronchitis und Lungenentzündungen.

In der Therapie erfolgt eine Beurteilung der Schluckfunktion, eventuell ist eine aperstive Schluckuntersuchung durch eine:n Ärzt:in erforderlich. Gemeinsam mit dem:r Patient:in und den Angehörigen wird ein Kostplan erstellt, um eine möglichst gute Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit zu gewährleisten.

Kognitives Training nach Dr. med. Franzika Stengel/Dr. med. Sabine Ladner-Merz
Das Kognitive Training nach Stengel/Ladner-Merz ist ein spezifisches Training geistiger Funktionen, welches Nervenzellen anregt, neue Verzweigungen und Netzwerke im Gehirn zu bilden. Man kann die Aktivität des Gehirns mit der Aktivität eines Muskels vergleichen: wird ein Muskel nicht in Anspruch genommen, so schwindet seine Substanz und Funktionsfähigkeit. Geistige Defizite wie Merkschwäche, zunehmende Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen oder nachlassende Konzentrationsfähigkeit können bei gesunden älteren Menschen auf mangelndes Training zurückgeführt werden. Bei Menschen mit krankheitsbedingten geistigen Defiziten wie nach einem Schlaganfall, Verlust von kognitiven Leistungen durch geringe soziale Kontakte oder bei Demenz gilt es, die vorhandenen Reserven zu stabilisieren, zu nutzen und auszubauen.

Das Kognitive Training wird in Einzeltherapie und auch in der Gruppe durchgeführt, erweitert die sozialen Kontakte und fördert die emotionale Befindlichkeit. Das Stengeltraining hat in wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass es nicht nur die genannten Hirnleistungen messbar verbessern kann, sondern zusätzlich die körperliche Gesundheit, das Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und die Kompetenzen im Alltag stärkt.

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